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Sonntag, 11. Dezember 2011

Ein Sonntagmorgen


"Kuuuuya Thomas!Aaaaaate Petra!" grölte es heute Morgen hinter uns her. Thomas und ich waren am anderen Ende der Stadt, weil unser Sohn dort an einer Uni einen Aufnahmetest machen musste. Wir vertrieben uns die Zeit bis wir ihn wieder abholen konnten und gingen Kaffee trinken. Es war nett mal an einem anderen Ort der Stadt zu sein und umso überraschter waren wir, unsere Namen auf der Straße zu hören. Es war kaum Zeit, uns umzudrehen, da kam schon eine Truppe wilder Teenager auf uns zugestürmt. Der Wächter von dem Coffee Shop war bereits in Wächterstimmung. Es wirkte wie ein Überfall. Die zerlumpten Gestalten fielen uns um den Hals. Im Schlepptau wackelten zwei Kleinkinder, kahlgeschoren, identisch aussehend, verdreckt, verrotzt mit kritischem Blick hinter der Bande her. Dann fiel der Groschen: “Angie!“ Sie streckte mir ihren dicken, schwangeren Bauch entgegen. Ihr Gesicht wirkte wie das einer alten Frau. Keine Zähne mehr außer einiger schwarzer Stummeln, verklebte, lange Haare, stumpfe Augen…..Blitzschnell versuchte ich ihr Alter zu errechnen… Vor vielen Jahren war sie Kind im Father`s House gewesen. Damals müsste sie so um die dreizehn gewesen sein. Dann lief sie lief weg und wurde von der Straße aufgefressen. Irgendwann wurde sie schwanger. Das Baby verstarb wenige Tage nach der Geburt. Woran es starb, wissen wir nicht, doch Kinder sterben hier schnell, besonders wenn sie von Kindern geboren werden. Angie wurde wieder schwanger, diesmal mit Zwillingen…Genau das waren die Zwillinge, wovon der eine nun schreiend, mit den Füssen trampelnd vor einem Auto mitten auf der Fahrbahn lag. Der Fahrer des schicken Autos reagierte schnell und hielt sein Gefährt an. Angie verzog keine Miene. Sie ging auf die Straße, zerrte den Knaben an einem Arm in die Höhe, der strampelte laut schreiend, ließ sich aber von der Fahrbahn retten.
Wir waren bereits spät dran, denn um 12:00 Uhr sollten wir an der Uni sein, um unseren Sohn abzuholen. Thomas lud die Bande in unser neues Drop In Center THE ROCK ein. Das liegt zwar am anderen Ende von Metro Manila von ihnen aus, aber wer weiß…. Zumindest konnten wir uns wieder auffindbar machen, nachdem wir mit dem Father`s House vor vier Jahren in eine andere Ecke der Stadt gezogen sind, die Angie nicht kennt. Mittlerweile hatte der Wächter es geschnallt, dass uns die wilden Gestalten nichts antun wollten, sondern dass es sich sozusagen um alte Freunde handelte. Schnell suchten wir noch ein Fastfood Restaurant und bestellten der Truppe ein Mittagessen, bevor wir uns auf den Weg machten, um unseren Sohnemann abzuholen.
Ich bin immer wieder fasziniert von Gottes Wegen und wie er jedem einzelnen nachgeht. Er ist einfach Liebe und ich bete, dass Angie mit ihren Kindern und der dazu gehörenden Gang, SEINE Liebe erfährt!

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Was Ich Vom Nikolaus Lernen Kann


Gestern war der 6. Dezember: Nikolaus Tag! Weihnachten ist immer eine ganz besondere Zeit für uns in dem Dienst unter Straßenkindern in Manila. Das Father’s House wird schon im November festlich geschmückt. Obwohl wir seit mehr als 20 Jahre auf den Philippinen leben, können wir unsere deutschen Wurzeln nicht leugnen. Einige Traditionen sind Teil davon. Eine Tradition ist es, dass wir dem 6. Dezember "Nikolaus-Tag", eine besondere Aufmerksamkeit schenken. Meinen Kindern schenke ich Süßigkeiten mache ihnen kleine Geschenke, auch wenn sie mittlerweile fast erwachsen sind. Unsere Kinder im Father’s House kennen diesen spezielle deutsche Tradition auch schon. Sie stellen einen Schuh in der Nacht vom 5. zum Nikolaus auf die Treppe, damit er über Nacht mit Süßigkeiten gefüllt wird (natürlich wissen sie, dass die Haus Mutter und nicht der „Santa“ vorbei kommt).
Als ich über unsere Traditionen und unsere Liebe für die Weihnachtszeit nachdachte , inspirierte mich die historische Geschichte des Nikolaus. Er verlor seine Eltern auf tragische Weise in jungen Jahren und wuchs als Waise bei seinem Onkel auf. Der Nikolaus ... ein Waisenkind? Ja, es ist offenbar etwas Besonderes an Waisenkindern. Wenn wir die Biographien einiger wichtiger Personen ansehen, die in der Welt außergewöhnliche Dinge erreicht haben oder die besonderen Einfluss hatten (gut und schlecht!), finden wir heraus, dass viele von ihnen früh verwaist waren. Ein jüngstes Beispiel dürfte wohl Steve Jobs sein. Sankt Nikolaus verlor seine Eltern durch eine schreckliche Epidemie. Der Junge war sehr gottesfürchtig und als er Erwachsen war, wurde er Bischof. Er war für seinen Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit bekannt, für sein weiches Herz und für seine Liebe für Kinder. Es gibt viele Geschichten darüber, wie er bemerkenswerte Wunder der Versorgung erlebt hat und wie er den Armen half. Er war ein Mann des Gebets! Erstaunlich, nicht wahr?
Dann sah ich diesen wilden kleinen Stadt Dschungel Boy, der barfüßig auf unserem Father’s House Gelände herumsprang. Er trug riesige, stinkige und zerrissenen Kleider, hatte ein rasierten Kopf und war dünn wie ein Skelett. Ein Straßenjunge, rund acht Jahre alt, der unbedingt mit uns leben will und den wir gerade abgeholt hatten. Am Nikolaustag! Ich kenne seine Herkunft. Sein Vater wurde vor vielen Jahren von der Polizei erschossen, seine Mutter hat sich nie gekümmert. Er wuchs als Jüngster mit seinen Geschwistern auf der Straße auf. Jetzt ist er bei uns. Die erste Dusche gestern Abend war ein Genuss für ihn. So viel Wasser. Vernünftige Seife und saubere Klamotten zum anziehen. Seine erste Nacht in einem großen und sauberen Bett war auch eine neue Erfahrung für ihn. Ein weiteres Waisenkind lebt mit uns. Wer weiß, was erstaunliche Berufungen unserer Kinder haben. Sie haben das volle Potenzial, um große Dinge für Gott tun in dieser Welt. Wenn ich diese Geschichte des Nikolaus überdenke, liebe ich ihn umso mehr!

Dienstag, 6. Dezember 2011

Nikolaus Tag or What I Learned From Santa


Yesterday was December 6. Christmas is always a very special season for us in the ministry and the Father's House turns into castle of light. We live in the Philippines for more then 20 years, but we can't deny our German roots. Some traditions are part of it. One is that we give DECEMBER 6 "Nikolaus Tag" a special attention. I usually give little gifts to my kids; even they are already somewhat grown up. Also our kids in the Father's House know this special German day and they bring out one shoe in the night of the 5th for Nikolaus to fill it with goodies (of course they know that the house mother is filling the shoes).
As I was thinking about our traditions and our love for the Christmas season I got inspired with the actual historical story of Saint Nicholas. He tragically lost his parents at young age and grew up as an orphan. Santa...an...Orphan? Yes, there is evidently something special about orphans. When we look at biographies of some important people (latest example would be Steve Jobs) who influenced the world or who achieved extraordinary things in life, we find out that many of them were orphaned or half orphaned. Saint Nicholas lost his parents due to an epidemic and got raised by his uncle. The boy was very God fearing and when he was a grown up he became a Bishop. He was known for his desire for social justice, his soft heart of mercy and his love for kids. There are many stories on how he experienced awesome miracles of provision and how he helped the poor. Amazing, isn't it? Then I looked at this wild little city jungle boy that jumped around our Father's House compound. Barefoot. Huge and torn clothes, shaved head, skinny like a skeleton. A street boy, around eight years old who desperately wants to live with us. I know about his background. His father got shot many years ago by the police, his mother never cared, he grew up as the youngest with his siblings in the streets. Now he is with us. The first shower last night was pure excitement for him. So much water. Proper soap and clean clothes to wear after showering. His first night in a big and clean bed was also a new experience for him. Another orphan living with us. Who knows what amazing destinies our kids have. They have the full potential to do amazing things for God in this hurting world. Thinking about this, I love Santa all the more!

Samstag, 26. November 2011

Joy, unspeakable Joy! Freude, unaussprechliche Freude!

“Ich werde dir etwas ganz tolles zu Weihnachten schenken. Es wird eine Überraschung sein. Du wirst dich so freuen über das Bild das ich male und was ich dir schreiben werde. Ich packe das dann auch schön ein!“ zischt die Kleine vor mir durch ihre Zahnlücke, dabei grinst sie übers ganze Gesicht und ich frage mich, ob sie mich überhaupt noch sehen kann durch die Schlitze in ihren Augen. Sie ist erst seit wenigen Tagen bei uns. Ich kann die Freude und Begeisterung gar nicht fassen, die sie ausstrahlt. Es ist direkt ansteckend. Es scheint als sei sie schon immer bei uns gewesen und doch ist sie neu und waren die sieben Jahre ihres kleinen Lebens der reinste Horror gewesen. Sie hatte ihre Schwester gedrängt:“ ich will ins Father’s House!“ und das, obwohl sie noch nie bei uns war und niemanden von unseren Mitarbeitern persönlich kannte. Sie kannte uns nur vom Hören Sagen. Ihre Tante, die selbst als Kind mal bei uns war, hatte ihr von dem Leben im Father’s House erzählt. Das hatte ihr gereicht, um einen Weg aus ihrer Verlassenheit zu sehen. Ein sieben jähriges Mädchen!
Ich erinnere mich an die Umstände ihrer Geburt. Ihre Mutter war mit einem älteren Wachmann liiert, während ihr Mann, mit dem sie bereits 5 Kinder hatte, im Knast saß. Alle Kinder hassten diesen „neuen Mann“ der Mutter, hatten aber keine andere Wahl als sich mit ihm zu arrangieren. Selbst als er der Tochter an die Wäsche ging, gab es keine andere Wahl für die Kinder als sich ihrem Schicksal zu fügen. Sie waren noch zu jung, um selbst auf der Straße überleben zu können. Dann kam dieses Baby zur Welt. Es war von den Geschwistern gehasst. Selbst ich erinnere mich an meine Gefühle als ich die Kleine zum ersten Mal sah. Normalerweise bin ich zu allen Babies hingezogen, doch hier entdeckte ich selbst in mir etwas wie Widerwillen. Wie furchtbar! Ich schämte mich dafür. Was kann ein Kind für diese Tragödie? Ein kleines unschuldiges Baby, belastet mit so viel Ablehnung. Dann geschah das entsetzliche. Der Mann und Vater der fünf ersten Kinder, wurde aus dem Gefängnis entlassen, suchte sich einen finsteren Kumpel, bewaffnete sich mit einer Spitzhacke und suchte seinen Liebesrivalen auf. Fast alle Kinder rannten mit der Mutter aus der armseligen Hütte, um dem Horrorszenario zu entfliehen. Es folgte eine blutige Schlacht, die der Wachmann nicht überlebte. Der fünffache Vater verschwand nach diesem Blutbad im Untergrund. Nach einiger Zeit tauchte er wieder auf und zog zu der Familie als sei nichts vorgefallen. Einen Prozess gab es nicht! Das Baby, ein verhasstes Überbleibsel aus der Affäre. Die Mutter schnappte sich den Reisepass ihrer Schwester, die wie gesagt, früher mal bei uns gelebt hatte. Für einen Einsatz in die Mongolei hatten wir ihr einen Reisepass beantragt gehabt. Nachdem sie uns wegen einer Liebschaft verließ, landete der Pass bei der Schwester. Sie schaffte es tatsächlich mit der falschen Identität nach Saudi Arabien zu fliegen, um dort zu arbeiten. Damals bekam ich einen verzweifelten Anruf auf mein Handy:“Ate Petra, bitte hilf mir…die halten mich hier fest! Ich will nach Hause. Ich habe keine Papiere!“ Der Pass der Schwester war abgelaufen und somit saß die sechsfache Mutter in Saudi Arabien in der Tinte. Nicht nur war der Pass abgelaufen. Es war auch noch ein Pass mit falscher Identität. Durch die Hilfe der philippinischen Botschaft kam sie irgendwie nach Manila zurück. Es wurde nicht einmal Anzeige erstattet.
Die Kinder waren mittlerweile verkommen und vagabundierten umher. Anfang dieses Jahres bekamen wir die Botschaft, dass der Vater plötzlich verstorben sei. Keinen Schimmer, was passiert ist. Mit dem Tod des Peinigers war die Mutter wieder frei und verschwand oft tagelang. Die ältere Schwester nahm sich des so verachteten Nesthäkchens an. Die immer noch minderjährigen Jungs kämpften sich auf der Straße durch. Alle drei sind mittlerweile im Knast bzw. in einer Regierungsauffangstelle. Einer wurde adoptiert. Dann hörten wir von den Hilferufen der Mädchen. Und jetzt sind sie da. Voller Freude. Voller Begeisterung. In aufgeregter Erwartung auf das Weihnachtsfest.

Montag, 19. September 2011

Mittwoch, 4. Mai 2011

Happy Birthday


May 5 is always a busy day full of Happy Birthday Songs, Cakes and lots of fun in the Father's House. Four people celebrate their birthday on that day. One of them is Thomas. He received already lots of cards and greetings and gifts that he really appreciated. After lunch time we just sat down for our coffee break habit when it knocked at the door. A big smile entered the room with a plastic bag in his hand. "Here, Papa Thomas, I have something for you from my Father!" We couldn't believe it. One of our newer Father's House boys who used to sleep at the sidewalk of the streets was able to visit his father on a house visit together with a staff member. His father was so pleased to see his son that he gave him 5 Mangoes in a plastic bag as a gift. He can't take care for his boy, that's why he used to sleep in the streets. However, today he found a way to express his love for his son in this Mangoes. This boy loves to eat and broke the record in gaining weight in our house. Food is ALWAYS a special gift for him. Here he came now back from an emotionally important home visit with his precious gift from his father he didn't see in a long time and said:" I want to share this with you!Happy Birthday, Papa Thomas!" We didn't know what to say when he pulled out two Mangoes to share with us. What a lesson in giving we learned once again from the kids we are taking care of.

Donnerstag, 21. April 2011

Tod, Wo Ist Dein Stachel? Hölle, Wo ist Dein Sieg?


Ich stand fassungslos vor dem großen Portrait einer wunderschönen Frau. Der Kopf kahl, die Augen strahlend. Ein Kloß bildete sich in meinem Hals. Mir war es nicht bewußt gewesen, dass die Frau für deren Heilung wir seit Tagen gebetet hatten, erst 42 Jahre alt war und dazu die Mutter von zwei kleinen Söhnen (4 und 6 Jahre alt). Ich kannte sie nicht persönlich, sie war die Schwester eines guten Freundes. Bis zu dem Blick auf ihr wunderschönes Foto und in die Gesichter ihrer Kinder und ihres Mannes, war sie nur ein "Fall", "ein Gebetsauftrag" gewesen. Nun wurde ihr Tod auch für mich eine Realität.
Anders als in Deutschland, werden auf den Philippinen sg. Totenwachen, normalerweise am Sarg oder an der Urne gehalten, wo in den Tagen bis zur Beerdigung die Familie und Freunde Abschied nehmen können. Hier war es der Abschied von einer Mutter, die 10 Jahre lang einen bitteren Kampf gegen Brustkrebs gekämpft hatte und elendig auf der Intensivstation gestorben war. Die Beerdigung war vergangenen Sonntag, wo Thomas und ich teilnahmen. Doch noch bevor ich angesichts des menschlichen Dramas in eine Depresstimmung fallen konnte, rüttelten mich die Worte eines schottischen Priesters auf :
" Die Show ist nicht zu Ende! Das Leben fängt doch nach dem Tod erst an!..." Die Stimmung in der kleinen Kapelle war sonderbar fröhlich und entspannt. Es wurden Loblieder zu Gott gesungen und jeder war sich sicher, dass die junge Frau nun an einem besseren Ort war. Sie hatte fest an Jesus geglaubt und an Ihm festgehalten bis zum Schuß.
Zeitgleich erfuhren wir, dass eine gute Freundin von uns in den gleichen Todeskämpfen steckte. Sie wurde erst knapp vier Jahre zuvor mit der Diagnose: "Brustkrebs!" konfrontiert. Dann folgten unzählige Behandlungen und Operationen. Mitunter ging es ihr wieder sehr gut. Sie wollte leben. Der nächste Tag, brachte uns die erschütternde Nachricht: auch ihr Körper war den Krebszellen, die in ihr wüteten, erlegen. Eine Mutter von vier Kindern! Frau eines Mannes, der sie liebte und mit ihr alt werden wollte. Freundin und Ratgeberin für viele. Ich war, wie viele andere, erschüttert. Seit ihrer Diagnose hatten wir für ihre Heilung gebetet, ihre gesundheitlichen aufs und abs mitverfolgt und geglaubt, dass ihr Körper wiederhersgestellt würde. Nun war sie plötzlich für immer gegangen! Für immer? Thomas und ich setzten uns am nächsten Tag ins Flugzeug, um an der Totenwache, die auf einer anderen Insel stattfand, teilzunehmen. Diesmal war uns sowohl die Verstorbene als auch ihre Familie persönlich nahe. Wir kennen uns seit über 20 Jahren und schätzen uns gegenseitig sehr. Wie in einem dejavue gerieten wir in das gleiche Scenario wie nur drei Tage zuvor: eine Kapelle und ein großes Portrait einer sehr schönen Frau, die viel zu früh, sehr elendig verstorben war und Mann und Kinder zurück gelassen hatte. Diesmal konnte ich mich der Trauer und des Schmerzes nicht erwähren. Welch ein Leid die Familie ertragen musste. Und doch, auch diese Kapelle füllte sich mit Lobgesang und einem Frieden, den man menschlich nicht begreifen kann. Jeder konnte erfassen, dass "die Show mit dem Tod nicht vorbei ist!", sondern das wahre Leben in der Ewigkeit erst beginnt. Der einzige Ort an dem eskeine Tränen, kein Leid und kein Geschrei mehr geben wird. Wo wir den treffen, der uns vom ewigen Tod erlöst hat und uns in die Ewigkeit geliebt hat. Es gibt keinen anderen Weg in den Himmel als durch das Sterben. Und dort wird er alle Tränen von unseren Augen abwischen. Dort hört das Fragen auf. Dort ist Freude in seiner Gegenwart. Dort gibt es ein Wiedersehen mit den vorausgegangenen Heiligen. Der Tod verliert die Endgültigkeit. Plötzlich entdecke ich gar etwas wie Neid in meinem Herzen: Meine Freundin hats geschafft! Sie ist angekommen! Sie ist zu Hause bei unserem Gott, dessen Liebe wir kaum erahnen können. Dort ist Herrlichkeit! Nun werden wir in den nächsten Tagen Ostern feiern. DIE AUFERSTEHUNG! Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Wir haben nichts zu fürchten, denn derjenige, der Jesus von den Toten erweckt hat, lebt in uns und wird uns durchbringen zur Herrlichkeit. Das Leben ist kurz. Ob 20, 40 oder 80 Jahre! Es bleibt kurz im Vergleich zur Ewigkeit. Die vergangenen Tage haben mir neu den Blick geöffnet für die Dimensionen in denen wir leben. Unser Leib ist nur eine vergängliche Hülle. Es geht um so viel mehr! Ich will mein Leben so leben, dass Menschen ein Stück Gottes Liebe in mir begegnen können solange wir auf dieser Erde sind. Ich will das Leben geniessen, dass Got mir geschenkt hat, solange wie ich es hier leben darf. Ich will keine für mich persönlich bestimmte, unerfüllten Aufgaben zurück lassen. Möge ich die Gnade dazu haben.

Donnerstag, 7. April 2011

Owners Of A Broken Heart



Kinder ohne Kindheit Philippinen – Die traurigen Engel der Nacht

Durch "Zufall" bin ich auf diesen Bericht gestossen, der die Situation von Strassenkindern in Manila sehr gut wiedergibt. Es ist erschütternd. Wir kennen viele dieser Kinder persönlich und das seit vielen Jahren. Es gibt nur einen, der ihre gebrochenen Herzen heilen kann und ich bin dankbar, das in Realität erleben zu dürfen, dass Gott denen nahe ist, die zerbrochenen Herzens sind und allen Schaden wieder gut machen kann. Unter anderem sind wir Sein ausgestreckter Arm! Es lohnt sich, für jeden einzelnen!

Children without childhood,
Philippines - the sad angels of the night!


I came across this report which reflects the situation of street children in Manila very well. It is shocking. We know a great number of these children in person for many years. There is only one who can heal their broken hearts and I am grateful that I can testify, that God is close to the broken heart and that He is able to heal and restore. We are His outstretched arm in this process! What a privilege!

Donnerstag, 17. März 2011

Eine Weitere Generation



In den vergangenen Monaten kehren viele der ehemaligen Jugendlichen aus unseren Diensten, die uns verlassen hatten, wieder zurück. Es liegen Jahre dazwischen, die sich wie Jahrzehnte anfühlen. Die Strasse hatte sie wieder fest im Griff und hat furchbare Spuren hinterlassen. Heute sind sie gerade mal Anfang zwanzig und schauen aus wie ueber vierzig. Als sie uns verliessen, waren sie noch halbe Kinder. Wir mussten sie loslassen, denn jeder, der mit uns lebt und geht, tut das freiwillig. Man fragt sich, was zieht ein Strassenkind, das endlich ein Zuhause und Versorgung erfährt, zurück in einen Lebensstil der Drogen und Verwahrlosung. Oft waren es simple Konflikte, die sie nicht bewältigen konnten. Oder die Familie übte emotionalen Druck aus, dass sie "arbeiten" und sie unterstützen sollten. Oder es waren irgendwelche Liebschaften, die ihren Blick vernebelt und sie in eine furchtbare Misere gezogen haben. Der Absturz und das schreckliche Erwachen kam früher oder später bei jedem....ein Mann der schlägt oder missbraucht, Drogensucht, Hunger, Krankheit, und Tod! Dazu: viele Kinder!



Gottes Arm ist nicht zu kurz, um zu helfen und SEINE GNADE ist jeden Morgen neu! So gehen wir einen Weg des Neuanfangs mit ihnen...doch nun mit jeweils zwei oder drei Kindern mehr dazu und tausenden von Problemen, die nur durch Gottes Kraft zu bewältigen sind. Neulich fragte ich eine Mutter: "Hast du deine Entscheidung je bereut, dass du mit dem Typen mitgegangen bist und uns verlassen hast?" Mit Tränen in den Augen sagte sie wie aus der Pistole geschossen:" Jeden Tag!" Gott ist ein Gott des Neuanfangs! Es gibt Hoffnung und Er macht ALLEN Schaden gut! Ich freue mich über weitere Patenkinder, die ich dazu bekomme und darüber, dass der Teufelskreis der Armut und Strasse bei ihnen gebrochen werden wird, wenn ihre Mütter den Weg ganz weiter gehen und in die Arme ihres liebenden, himmlischen Vaters wirklich zurück finden.

Freitag, 11. Februar 2011

Raue Wirklichkeit



Es klingelt an unserem Tor und noch bevor wir realisieren, wer uns besuchen will, steht die ganze Truppe schon auf unserem Gelände. Jay läuft mit Tränen in den Augen auf einen Mann in der Gruppe zu:"Papa,Papa!" Eine Szene wie in einer kitschigen Drama Serie im Fernsehen, ...nur das dies hier ein echtes Schauspiel ist! Jay`s Vater kam gestern aus dem Knast (ich hatte seine Geschichte schon in anderen Blogeinträgen beschrieben!) Wie ist das möglich? Er hatte doch lebenslang wegen Mordes. Was ich zu hören kriege, verschlägt mir die Sprache. In den Banden im Knast ist es wohl so üblich, dass Bandenmitglieder mit Höchststrafen, andere Delikte von Freunden auf sich nehmen und ihnen somit die Freiheit verschaffen, ohne dass sie mehr dafür büßen müssten (schließlich haben sie schon die Höchststrafe). So kam er frei!

Uuups! Damit hatten wir nicht gerechnet. Natürlich ist Jay überglücklich, seinen Vater zu sehen, der ihn sogar ohne Aufforderung besucht.
Seine Erfahrung bei dem Besuch seiner Mutter letzten Monat, war nicht so erbaulich gewesen. Nachdem er seine Weihnachtsgeschenke, die er von uns bekommen hatte, schön ordentlich in einenem Schuhkarton (ohne Adresse) in die Provinz schicken wollte, wo seine Mutter lebt, wollten wir ihm einem Besuch bei ihr ermöglichen. Ich habe das Kind noch nie so glücklich erlebt wie zu dem Moment, wo ich ihm versprach: du darfst deine Mutter besuchen. Wir finden heraus, wo sie genau wohnt und wir begleiten dich auf der weiten Busfahrt dorthin. So kannst du deine Geschenke, selbst abliefern." Gesagt, getan! Als Jay allerdings mit unserer Sozialarbeiterin von seinem Besuch zurück kam, war alles Glück verschwunden. Er mußte feststellen, dass er nicht erwünscht war. Die Familie des neuen Lebensgefährten und des Vaters der Halbgeschwister, durfte nicht erfahren wie das Verwandtschaftsverhältnis zwischen Mutter und Sohn wirklich war. Er wurde als kleiner Bruder ausgegeben und konnte nicht einmal das Wort:"Mama!" verwenden. An dem Tag zerbrach einmal mehr eine Illusion von heiler Welt in dem kleinen Jay. Die raue Wirklichkeit setzte ein. Und nun steht der Papa da und will Kontakt zu seinem Sohn. Wie kommen wir durch diese steinige Piste hindurch, ohne noch mehr Schaden anzurichten?

Freitag, 14. Januar 2011

Sechs professionelle Berufe und kein Schulabschluss!


Normalerweise ändere ich die Namen und auch die Fotos in meinem Blog, um die Privatsphäre der Kinder, über die ich schreibe, zu scützen. Es gibt allerdings Ausnahmen, wenn es wirklich relevant ist, die authentischen Bilder zu zeigen und bekannt zu machen " wen" ich meine. Dies ist so ein Fall. Es geht um einen unserer treusten und wertvollsten Mitarbeiter im Father's House: JayAr Guevarra!
Ich sitze in unserem Familienabend, wo wir jeden 2. Freitag im Monat in unserer Reha zusammenkommen, um Gottesdienst zu feiern. JR nimmt das Mikrophone und erzählt, was er in der Woche mit Gott erlebt hat: "Ich hatte so viel Scham in meinem Leben, wegen der vielen Dinge, die ich in meiner Kindheit erlebt habe. Sogar heute noch fällt es mir manchmal schwer, Leuten in ie Augen zu schauen. Ich fühle mich oft so minderwertig. Das ist schrecklich. Dann ist Gott mir in dieser Woche neu im Gebet begegnet und ich merke, dass etwas anders ist. JESUS bedeckt meine Scham und hat alles neu gemacht!"
Ich kann es so gut nachvollziehen, wovon JR erzählt, denn ich kenne ihn, seit er ein kleiner Jugne war.


Mit einem kleinen Kinderprogramm und jede Menge Essen bewaffnet gingen wir Anfang der 90er Jahre regelmäßig an eine Straßenkreuzung, um Straßenkinder zu erreichen. Es war eine wahnsinns Herausforderung gegen den Straßenlärm anzureden und zu singen:) Ich war jedesmal heiser nach diesen Nachmittagen auf der Straße, weil ich mir die Kehle aus dem Hals schreien mußte. Natürlich waren die Kinder es auch nicht gewöhnt zuzuhören und wir mußten uns immer etwas einfallen lassen, die kurze Aufmerksamkeitsspanne der Gruppe zu nutzen.

So ein paar Straßenjungs konnten den Laden ganz schön aufmischen mit blöden Bemerkungen und Zwischenrufen. JR war oft mit vorne an. Sein breites Grinsen liessen seine Augen immer verschwinden und er hatte den Schalk im Nacken. Wenn JR kam, wußten wir schon "uups, heute wirds wieder anstrengend!"
Er war auf der Strße groß geworden. Seinen Vater hat er nie gekannt und sein so genannter Stiefvater ließ ihn scharf spüren, dass er nicht sein Sohn war. Harte Prügel waren an der Tagesordnung. ES war unmöglich für JR zur Schule zu gehen. Niemand kümmerte sich um ihn. Er schlief auf dem Bürgersteig und beschaffte Geld für seine Familie und für sein eigenes Überleben. Dass er nicht Lesen und Schreiben konnte versteckte er gekonnt hinter seiner frechen Art. Tief im Innern war er zerstört von Scham und Minderwertigkeit.
Sein Stiefvater war hochgradig krimminell. Als er im Suff jemanden umbringt, muss sich die ganze Familie vor der Polizei verstecken. JR ging seinen eigenen WEg mit seinen Straßenfreunden. Wir verloren den Kontakt zu den Jungs für etwa fünf Jahre. Plötzlich tauchte JR erneut in einem unerer Treffen auf. Mittlerweile hatten wir ein kleines Ladenlokal gemietet, um uns nicht mehr mitten auf der Straße versammeln zu müssen. Zusammen mit einem Freund tauchte er wieder regelmäßig auf. Etwas war anders. Er wirkte still und zerbrochen. Er brachte es kaum fertig, einen Satz mit mir zu wechseln. Sein Blick war fast nur nach unten gerichtet. Wir beschlossen in 2001, ihn bei uns, im neu entstandenen Father's House, wohnen zu lassen.
Jr war mittlerweile 17 Jahre alt und konnte immer noch nicht Lesen und Schreiben.

Sehr motiviert machte er sich daran das ABC zu lernen und besuchte eine alternative Schule, um seinen Grundschulabschluss nachzuholen. Er brachte sich selbst das Gitarrespielen bei, benutzte unsere Bongos gekonnt in Anbetungszeiten und präsentierte zusammen mit den anderen Jugendlichen öfter hervorragende Interpretationstänze in unseren Gottesdiensten. Seine musikalische Begabung war unübesehbar. Als nächstes fing er an, alte Elektrogeräte zu reparieren. Was auch immer er im praktischen Bereich in die Hand nahm gelang. JR lernte praktisch von den Handwerkern, die wir ab und zu im Haus hatten.
Dann verliebte er sich in ein Mädchen, das wir auch im Father's House aufgenommen hatten. Bevor wir auch nur ein paar Richtlinnien für eine Beziehung geben konnten, sassen die zwei in unserem Wohnzimmer. Der berühmten Bodenstarrblick erfasste die beiden Teenager und peinliche Stille. "Sorry, Beth ist schwanger!" stammelten JayAr. Das war ne Nuss zu knacken. Thomas und mir viel erstmal nix mehr ein. Damit hatten wir nicht gerechnet. Beide waren von Herzen zerbrochen über "den Ausrutscher" und baten um Vergebung mit der Annahme, dass wir sie nun rausschmeissen würden. Das taten wir nicht, sondern wir suchten gemeinsam nach einen Weg in der Siuation. Das Paar war entschlossen zusammen zu bleiben und von nun an, Rat bei uns zu suchen. Nach einigen Wohen entschieden sie sich zu heiraten. Es war ein schönes internes Hochzeitsfest in unserer HELP Gemeinschaft. Sie bekamen ein niedlichs Mädchen zur Tochter. Es bestätigte sich, dass in JayAr's und Lilibeth's Fall, ihre Ehe sie in ihrem persönlichen Wachstum stärkte (das ist ja bei weitem nicht immer so....manche Paare neutralisieren sich nach der Hochzeit anstatt ihr Potential zu verdoppeln! Aber das ist ein anderes Thema). Auch wenn sie einen steilen Start hatten, so schien es, dass die Verantwortung für das Kind beide hat stärker werden lassen. Ein paar Jahre liessen wir die beiden als Voluteers bei uns mitarbeiten und sie bewährten sich im Alltag als treu und zuverlässig. Mittlerweile sind sie wichtige Mitarbeiter im Father's House und haben zu ihrer süßen Tochter noch einen Sohn dazu bekommen.

JayAr arbeitet als Hausmeister im Father's House und repariert ALLES mit NICHTS. Er ist ein Vorbild für die vielen Jungs, die mit uns leben und ein Vater wie man ihn sich nur wünschen kann. Beide gehen mit uns auf die Straße,um Straßenkindern von der befreienden und verändernden Liebe Gottes zu erzählen. Wer kann das besser rüber bringen als zwei so tolle Leute, die gerade das erlebt haben: BEI GOTT IST NICHTS UNMÖGLICH!

Samstag, 8. Januar 2011

Y2K


ES war vor der spektakulären Jahreswende zum Jahr 2000. Alle sprachen von Y2K und der großen, weltweit auf uns zukommenen Katastrophe. Wir befanden uns als Familie in Deutschland und es war noch nicht sicher, wann oder sogar ob wir auf die Philippinen zurückreisen könnten. Es ging uns nicht besonders gut. Neben einiger gesundheitlichen Schwierigkeiten, hatten Thomas und ich emotional zu kämpfen. Das Leben in der einst vertrauten Heimat fühlte sich fremd an.
An Silvester war "WORSHIP 2000" (eine Anbetungskonferenz mit vielen bekannten Anbetungsleitern) in Karlsruhe von unserer Gemeinschaft geplant und organisiert. Wir bekamen u.a. die Aufgabe einen neuen Infostand für unsere Missionsarbeit von HELP International zu erstellen. Dazu bekamen wir verschiedene Materialien und Fotos zur Verfügung gestellt. Mit Elan und Ideen machten wir uns ans Werk. Plötzlich hielt ich ein Poster in den Händen und musste erstmal tief Luft holen. Das war doch Nina! Ich kannte das darauf abgebildete Kind gut von unseren Einsätzen auf der Straße. Ihre dunklen, traurigen Augen starrten mich von dem Poster an. Ich konnte förmlich den süßlichen Schweißgeruch, vermischt mit Straßendreck und Kot riechen. Ihr Gesicht war verschmiert von Dreck und Tränen. Ein wirklich eindrückliches Poster, das wir für den neuen Infostand von HELP für die Konferenz in Karlsruhe benutzten. Das Bild von dem schmutzigen, traurigen Mädchen bekam einige Aufmerksamkeit von Konferenzteilnehmern. Viele interessierten sich für die Straßenkinderarbeit auf den Philippinen und dieses Interesse erleben wir bis heute. Dafür sind wir sehr dankbar, weil die viele Unterstützung von einzelnen, unsere Arbeit erst möglich macht.
Heute sitze ich Nina gegenüber (wir konnten Mitte 2000 als Familie wieder nach Manila gehen)und mir fällt das Poster von damals ein! Es sind elf Jahre vergangen seit das Foto von dem kleinen Mädchen geschossen und zu einem Poster für den Infostand verwendet wurde. Mir sitzt eine junge, hübsche Dame gegenüber. Doch in ihren Augen entdecke ich immer noch die gleiche Traurigkeit. Zu viel ist in ihrem Leben passiert, das ihren Blick verdüstert hat. Sie wuchs ohne Vater, als jüngste von vielen Geschwistern, unter einer Brücke auf. Sie lebten vom Betteln. Ihre Mutter war durch fortgeschrittene Lungentuberkulose stark geschwächt. Wir begleiten die Familie seit Jahren und verhalfen der Frau zu etlichen Behandlungsversuchen. Sie brach die medikamentöse Behandlung immer wieder ab und wurde schwächer und schwächer. Die beste Medizin nützt nix, wenn sie nicht genommen wird. Ihre Kinder nahmen wir alle im Father's House auf und schickten sie zur Schule. In aller Schwäche und Starrköpfigkeit holte die kranke Mutter die Kinder wieder zu sich. Dann kam in 2009 der Tropensturm "Ketsana" und spülte das wenige Hab und Gut der vaterlosen Familie weg. Das war nun endgültig zu viel für den Körper der schwachen Frau. Sie verstarb noch bevor Manila vom Schlamm befreit wurde. Die verwaisten Teenager wandten sich gleich an uns, um Hlfe zu bekommen. 2 der älteren Geschwister, die auch ehemaligen Father's House Kinder waren, hatten bereits eigene KInder. Wir halfen ihnen bei der Beerdigung ihrer Mutter. Der Sarg der Frau war auf einem Schlammhaufen, unter einer Plastikplane aufgebahrt. Ich rutschte mit meinen Gummilatschen durch knöchelhohen, roten Schlamm, durch strömenden Regen, um den Sarg der Mutter zu erreichen. Was für ein Elend. Thomas und mir fehlten die Worte.
Durch extra Spenden aus Deutschland war es uns möglich, den Geschwistern ein neues Haus zu bauen. Sie wollten in dieser schweren Zeit als Geschwister zusammen bleiben. Das wollten wir natürlich unterstützen und halfen mit Lebensmitteln und Schulmaterial.
Und jetzt? Jetzt sitzt mir Nina wieder einmal mit Tränen in den Augen gegenüber. Die Illusion der Geschwiserliebe zerplatzte. Dinge funktionierten bei weitem nicht so wie es geplant und hätten sein können. Peng! Luftblase zerplatzt! Trauer und Wut spricht aus dem Gesicht des so hübschen Mädchen. Ich halte ihre feine Hand und weiß dennoch, dass Gott ALLES gut machen wird. Sie lebt nun bei uns und ist überaus dankbar.

Dienstag, 4. Januar 2011