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Donnerstag, 20. Mai 2010

Ein Überlebenskämpfer



"Bitte, nimm mich mit zu euch nach Hause!" H, schaut mich mit seinen Dackelaugen an. Ich kenne ihn seit einigen Monaten von unseren Besuchen auf der Straße. Bei unserer ersten Begenung schaut er mich fasziniert an. vermutlich, weil er noch nie jemanden von so nah mit blonden Haaren gesehen hat. Dann drückt er mir ein kaputtes, grünes Plastkspielzeug in die Hand, mit dem er zuvor konzentriert gespielt hatte. Berührt, dass ich von dem kleinen Kerl seine wertvolle Habseligkeit geschenkt bekomme, stecke ich das Plastikteil in die Tasche. Es liegt immer noch bei mir zu Hause, wie ein kleiner Schatz, auch wenn ich nicht mal mehr ausmachen kann, was das mal war als es noch ganz war. Jedenfalls hat es einen kleinen Schalter an dem man ein winziges Licht leuchten lassen kann.
H ist zehn Jahre alt und lebt buchstäblich auf der Strasse. Seine Haare stehen meistens vor Dreck, seine Füße sind oft so von schwarzem Ruß überzogen, dass man die Haut kaum noch erkennen kann. Er riecht in der Regel etwas süß-säuerlich nach Schweiss und wer weiß nach was noch. Zur Schule ist er noch nie gegangen, aber durchschlagen kann er sich.



Nun will H zu uns ins Father`s House kommen. Vermutlich erahnt er, dass sein Überlebenskampf auf der Straße härter wird. Sein älterer Bruder ist bereits in Drogen abgekracht und dadurch ist sich H ganz selbst überlassen.