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Donnerstag, 27. Mai 2010

Es sind doch alles noch Kinder!



Ich schaue aus dem Fenster beim Blumengießen und muß schmunzeln: H übt eifrig auf einem unserer Kinderfahrräder das Fahrradfahren. Zuerst eiert er noch etwas herum, aber schnell findet er einigermassen eine Balance.
Seit drei Tagen lebt er bei uns im Father`s House. Etliche Male habe ich das Phänomen erlebt, dass Kinder, die auf der Straße fast "erwachsen" wirken, weil sie volle Verantwortung für ihr Leben (und oft das ihrer Familien!) nehmen, mit der Ankunft im Father`s House voll in ihre Kindheit zurück finden. Die gleichen Kids, die noch Tage zuvor um ihr Überleben kämpfen mussten, die immer übernächtigt und oft mit Drogen benebelt rumliefen, entdecken Ratz Fatz, dass einfaches Spielen so viel Spass macht.Es ist fast nicht zu glauben, dass die gleichen Kinder, die sich zuvor noch an Klebstofftüten berauscht haben und sich mit Schaschlikspießen gegenseitig abstechen wollen, plötzlich vor einer Kiste mit Playmobil oder Lego sitzen




(das wir von einem deutschen Kindergarten gespendet und mit einer Kiste hierher geschifft bekommen haben) und sich im kindlichen Spiel verlieren. Ihr Äusseres verändert sich so schnell, dass ich manchmal vergesse, wie ich sie oft noch vor kurzer Zeit auf der Strasse angetroffen habe. So auch bei H, seine Füsse waren so schwarz verkrustet, dass eine einfache Dusche sie nicht sauber gekriegt hat. Seine Haut ist vernarbt und vergerbt, aber er strahlt mich an von seinem Kinderfahrrad und ich weiss: ALLES KANN GUT WERDEN!!! Ich hole das kleine grüne Spielzeug, das er mir vor einem Jahr auf der Straße geschenkt hatte und H`s Augen strahlen: "das kenn ich! Ich weiss noch genau wo ich dir das gegeben habe!" sagt er und das macht mich echt happy!

Donnerstag, 20. Mai 2010

Ein Überlebenskämpfer



"Bitte, nimm mich mit zu euch nach Hause!" H, schaut mich mit seinen Dackelaugen an. Ich kenne ihn seit einigen Monaten von unseren Besuchen auf der Straße. Bei unserer ersten Begenung schaut er mich fasziniert an. vermutlich, weil er noch nie jemanden von so nah mit blonden Haaren gesehen hat. Dann drückt er mir ein kaputtes, grünes Plastkspielzeug in die Hand, mit dem er zuvor konzentriert gespielt hatte. Berührt, dass ich von dem kleinen Kerl seine wertvolle Habseligkeit geschenkt bekomme, stecke ich das Plastikteil in die Tasche. Es liegt immer noch bei mir zu Hause, wie ein kleiner Schatz, auch wenn ich nicht mal mehr ausmachen kann, was das mal war als es noch ganz war. Jedenfalls hat es einen kleinen Schalter an dem man ein winziges Licht leuchten lassen kann.
H ist zehn Jahre alt und lebt buchstäblich auf der Strasse. Seine Haare stehen meistens vor Dreck, seine Füße sind oft so von schwarzem Ruß überzogen, dass man die Haut kaum noch erkennen kann. Er riecht in der Regel etwas süß-säuerlich nach Schweiss und wer weiß nach was noch. Zur Schule ist er noch nie gegangen, aber durchschlagen kann er sich.



Nun will H zu uns ins Father`s House kommen. Vermutlich erahnt er, dass sein Überlebenskampf auf der Straße härter wird. Sein älterer Bruder ist bereits in Drogen abgekracht und dadurch ist sich H ganz selbst überlassen.

Dienstag, 18. Mai 2010

Another Little Princess


“Ate, (older sister), our friend is dead.” Said the little girls on the street corner which we visit regularly. Squatting on a piece of cardboard with a couple of girls, I asked startled “What happened?!” A group of them had gone swimming at a river the day before. A boy who was new in the gang leaped bravely from a higher ledge into the water but did not surface. They desperately dove in to search for him but had to sadly admit that he was dead. I sat sadly on the cardboard at that street corner with my little friends, didn't know what to say. After such a traumatic experience, these children were looking for answers. Gina (eleven years old and often high on sniffing glue) said “Maybe someday I can live with you?” The Father’s House is for children like her who nobody cares for. “Yes”, I said and hoped that she would not change her mind.
Gina didn't change her mind. She lives with us for a few months already and turned into a little princess who loves to study in school. What a miracle!

Montag, 17. Mai 2010

speechless



When we visit our friends from the streets, we do sometimes very practical things to somehow help to improve their lives and hope to become a channel of God's Love for them.
We know for example a whole family that lives at the side of a busy road in something that couldn't even be called a shack. It had no roof and no flooring, it were just some old poles with cloth on it and an old, stinky sofa with who knows what crawls and lives inside...yacky...
Some of our guys grabbed a few tools and started to "fix" the "home" with some more wood and other material for a "proper" roof. That was three weeks ago.




The other day I went to the same spot to meet some street girls. "We need to tell you something!" they shouted already from afar. "The house is torn down. Micky and his friend came in the night, when Mark wasn't around and stole the roof. They sold the Iron and the wood to the junk shop." Wow, I was speechless and I couldn't believe what my ears just heard. "Hey,....I thought they were friends,...how can they be so cruel and mean?" The girls just shook their heads. That's how it is....in the streets. You have to watch your back. Always!

Samstag, 15. Mai 2010

The Most High Cares

These are some impressions from our Father's House, Boys HipHop Group. All of these boys were formerly street kids or were abandoned. They found a new home in the Father's House. They love to go to school and they have a lot of fun with their HipHop Class.

Sonntag, 9. Mai 2010

Bis hierher und WIE weiter

Seit einer guten Wochen bin ich wieder in Manila und diesmal war wirklich keine Zeit für den "Jet-Lack", der mich sonst nächtelang wach hält und mir tagsüber die Augen schwer macht. Während ich diese Zeilen schreibe, ist Thomas bereits auf der anderen Seite der Erdkugel unterwegs, um mit einem kleinen Father`s House Mitarbeiter Team durch Deutschland zu reisen und unsere Arbeit vorzustellen. Es sind zwei junge Filipinos mit von der Partie, die davon berichten können, was es heisst auf der Strasse aufgewachsen zu sein und durch Gottes Gnade ein neues Leben mit Würde und Hoffnung bekommen zu haben. Es begeistert uns, dass dieser Trip zustande gekommen ist und wir sind davon überzeugt, dass er viel Ermutigung und Segen hinterlassen wird.
Die Lebenszeugnisse unserer jungen Mitarbeiter sind ein Beweis der Kraft und Güte unseres Vaters im Himmel. Darauf schaue ich auch, wenn ich heute Jay begegne. Er lebt seit kurzer Zeit tatsächlich mit uns im Father`s House (Blogeintrag "Among the wolves"). Er strahlte übers ganze Gesicht als er mich nach meiner Ankunft entdeckte. Meine Begeisterung schwánd allerdings heute für ein paar Stunden, als er plötzlich verschwunden war. Unauffindbar. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Kids nach kurzer Zeit wieder von uns weglaufen. Wir haben das in den Jahren dutzende Male erlebt. Manche Kids haben wir etliche Male wieder aufgenommen, bis sie sich in einem geregelten Leben zurecht finden konnten. Das Weglaufen vor Schwierigkeiten gehört zum Lebensstil der Strassenkinder. Nun war Jay weg..."Oh Mann!", dachte ich..."So ein Mist!" Einer der älteren Jungs ging gleich nach ihm suchen. Erfolglos....doch dann...fand er ihn bei seiner Oma, die selbst kaum weiss, wie sie leben kann. Sehr bereit kam Jay zurück ins Father`s House und mit verschmitztem Lächeln schlich er auf mich zu: "Sorry Tita, es tut mir echt leid...ich hau nicht mehr ab!" Ob Jay das Versprechen halten kann, wird sich herausstellen, denn jeder Tag hat seine eigenen Herausforderungen!