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Sonntag, 27. Mai 2012

1865 In London

Ein Auszug aus dem Buch DER MANN MIT DER LATERNE, Thomas Barnardo von E.E. Ronner Eine Situaton, die wir in vielen Städten der Welt immer noch kennen! Ich bin inspiriert und herausgefordert von dem Glauben und der Leidenschaft des Thomas Barnardo, der 100 Jahre bevor ich überhaupt geboren wurde, seine Vision verwahrlosten Kindern eine Zukunft zu schenken, wahr machte.
....Sollte es am Ende in London noch andere Kinder geben, die, wie er, heimatlos und verlassen waren? Und noch einmal wandte er sich an den Buben, der ängstlich Barnardos Entscheid erwartete. „Weißt du, ob es in London noch andere Burschen gibt, die, wie du, keine Angehörigen und kein Heim haben?“ Jim war so verwundert über die Frage, daß er lächeln mußte. „Gewiß Herr, ganze, Rudel, viel mehr, als ich zählen könnte.“ Barnardo schüttelte ärgerlich den Kopf. Es war ganz klar, daß der Bursche jetzt log, daß er sich solcher Übertreibungen bediente, weil er hoffte, damit sein Ziel zu erreichen. Barnardo war entschlossen, sich sofort Klarheit zu verschaffen. Er wollte diesem Kleinen beibringen, daß er sich nicht hinters Licht führen ließ. „Paß auf, Jim. Wenn du mich noch in dieser Nacht an einen Ort hinführen kannst, wo deine Kameraden unter freiem Himmel schlafen, so wie du gestern auf dem Heumarkt geschlafen hast, dann erhältst du von mir heißen Kaffee und eine anständige Schlafgelegenheit. Nun, was sagst du dazu?“ Wilde Gier flammte in den Augen des Buben auf, als er von Kaffee und Unterschlupf sprechen hörte. Ohne Zögern erklärte er sich mit dem Vorschlag des Studenten einverstanden. Und unverzüglich brachen die beiden nach Barnardos Wohnung auf. Emsig trottete der Bub neben dem Studenten her, der darauf brannte, die Wahrheit zu erfahren. Scheu sah sich dann der Kleine im einfachen, doch behaglich durchwärmten Zimmer um. Als dann aber Frau Kelly mit einem halb mitleidigen, halb mißtrauischen Blick auf den späten Gast die Kaffeekanne und einen Teller mit butterbestrichenen Brotscheiben auf den Tisch stellte, da taute er auf, und der heiße, würzige Trank löste vollends seine Zunge. So erfuhr Barnardo, daß der kleine Jim seinen Vater nie gekannt und daß die Mutter, als er etwa fünf Jahre alt gewesen, gestorben war. Aus Furcht vor dem Armenbüttel, der ihn unweigerlich geschnappt und ins Armenhaus geschleppt hätte, war er dann zu Hause weggelaufen, um sich einen Rudel heimatloser, herumstreichender Buben anzuschließen. „Soll ich Ihnen erzählen, wie ich zu Fluch-Richard gekommen bin? Aber es ist eine lange Geschichte.“ „Ich glabe nicht, daß heute die Zeit reicht. Aber morgen sollst du mir alles genau berichten. Wir werden ja sehen, was sich für dich tun läßt. Heute nacht darfst du in diesem Zimmer schlafen, wir werden einfach eine Matratze aus meinem Bett herübertragen und dir so auf dem Boden ein Lager herrichten. Was meinst du dazu?“ Dieser Vorschlag versetzte den kleinen Gassenjungen in helle Begeisterung. Und unverzüglich machten sie sich ans Werk. Immer wieder versicherte Jim, daß er in seinem ganzen Leben noch nie ein so herrliches Bett gehabt habe. Als dann die Uhr auf dem Kaminsims Mitternacht schlug, erhob sich Barnardo, griff nach Hut und Mantel und forderte Jim auf, ihn nun zu einem Versteck obdachloser Buben zu führen.

Dienstag, 1. Mai 2012

Lost And Found

One moment I look here, the next moment he jumps over there. This boys jumps around like a bouncy rubber ball....hard to catch. We brougt him home to the Father's House because he was litarally lost in the streets. Every day he would come hungry like a bear to our Drop In Center THE ROCK. His tiny body was covered with open wounds from scratching his scabies tormented skin (I mentioned him in my previous blog entry in german). As small as he was he appeared confident and independant. He had to be. When he smiled he looked like the wrinkled face of a shar pei dog. Cute kid. Today he lives with us and tries hard to learn the rules of a family life. When I look at him now, I see a happy six year old boy who loves to play and who enjoys any attention he can get. He found his childhood again. What a gift. What a priveledge to be the witness of this often repeating miracle.

Sonntag, 25. März 2012

Von Krätze, Läusen und Geschlechtskrankheiten


Genervt steht der kleine Junge mit den rabenschwarzen Fingernägeln neben mir und kratzt sich am Kopf. "Oh!" grinst er mich dann an: "eine Laus!" Er hält das Insekt zwischen zwei Fingern und streckt es mir entgegen. "Äh...besser, du machst die kaputt," sage ich schnell, bevor ich das Vieh auf der Kleidung habe. Natürlich ist mir klar, dass tausende solcher Plagegeister auf den Köpfen der Kids in unserem neuen Drop In Center für Straßenkinder, ihr Unwesen treiben. Fast täglich kommen 40 bis 50 Kinder in THE ROCK, um eine warme Mahlzeit, eine Dusche, gewaschene Wäsche, ein Nickerchen und auch ein offenes Ohr und Gebet zu bekommen. Jedes Mal eine dicke Ballung an verwundeten Seelen und manchem Ungeziefer.
Der kleine Fernando erhofft sich noch eine Dusche bevor wir schließen. Er ist sieben Jahre alt und schlägt sich allein auf der Straße durch. Er hält Mariana seine verwundete Hand entgegen. Sie wäscht und verbindet die kleine Hand mit der klaffenden Wunde. Während sie vorsichtig den verkrusteten Dreck entfernt spürt sie die dicken Schwielen an der doch noch so jungen Hand. Ihre Hände (Mariana ist Ende 50!) erscheinen wie Kinderhände so zart neben den verderbten Händen des kleinen Fernando. Was haben die kleinen Hände nicht schon alles erleben müssen? Sie wirken wie Bauarbeiterhände im Miniformat. Erbärmlich. Zu der klaffenden Wunde, ist sein Körper übersäht mit offenen Wunden vom Kratzen. Kleine Milben bohren sich durch seine Haut: Krätze! Eine Dusche und Antikrätzeseife schaffen Erleichterung. Fernando ist nun regelmässig unser Gast im Rock.
Ein weiterer Junge druckst länger etwas herum, bis er Mariana um Hilfe bittet. "Hmmm, also...ich hab da was. Das tut beim Pinkeln so weh...und ääähhhh...mir geht#s nicht gut!" Mariana schickt den Jungen mit einer Mitarbeiterin zum Doktor. Zu einem Kinderarzt, denn der Junge ist gerade mal 13. Es stellt sich heraus, dass er eine schwere Geschlechtskrankheit hat, die unbedingt behandelt werden muss. Der Arzt ist entsetzt. Das Leben auf der Straße macht kaputt, im wahrsten Sinne des Wortes.
Wir kaufen die teure Medizin, die sich der Kleine nun immer im The Rock abholen kann und wir hoffen, dass sein Leben eine neue Richtung bekommt.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Out Of Brokenness Scars Remain


The Father's House has an elevated volume level in the past weeks. More screaming, more fighting, more scolding, more fun, more play. We are trying to come back to our routine in daily life with the higher number of kids. Especially the new boys are wrestling with the schedule that they have to follow. Just a few weeks ago nobody told them ever what to do or what is right and what definitely wrong. However, all are decided that they like their new life better and are giving their best to find a peaceful place in the big, new family.
The other day one of my friends told me about a conversation that she overheard at the breakfast table. Our two youngest children in the house were sharing to each other on how they lost their fathers. "Mine got stabbed", said the little girl. "I know who did it, but I am not allowed to say...." "Really?" replied the boy. "Mine got shot. By the police...." he went on. And then he started to describe the details about this horrible event that happened a few years ago on an open street where the boy lived with his family. They were at least complete and together then. After the death of his father, everything changed. The children were left alone, the mother lost it.
What a conversation! It's an eye opener for all of us for the horrible pain these kids already went through in a very tender age. I look into the face of the little boy. He is so handsome, so sweet, yet he has so many scars on this young baby skin. He won't remember most incidents from where the scars developed. However, they are evidence of a rough road he had to walk on at a young age.
May our Father in heaven heal his heart and let the scars just be a fading memory.

Montag, 23. Januar 2012

Two Different Worlds



It's half past six on Sunday morning. Drowsy I stumble around. The last night was to short. I know it’s my own fault. I should have gone to bed earlier. But never mind. Today is Father's House day. I drag the old Lego toy box of my son in the living room. In case that the little boys wake up, I want to be sure I can offer them some entertainment. Even before I've closed all night lights, opened doors and cleaned and tidied up, a little man stands in front of me. A With a big grin he looks at the toy box and empties it. He starts playing happily. Shortly after, Thomas comes and brings me a coffee to wake up. We sit together on the bench sipping our cappuccino and watch the content little guy in blue pajamas. His hands are rough and wrinkled like those of old men. It’s an evidence of its past life style. He asks mischievously through the gap between his front teeth for a cup of cocoa. Probably he got inspired through our slurping and until breakfast it’s still a while. I mix some Milo for him in a mug and can’t believe that this little guy a few weeks ago had to fight on the street for survival. He lived with his siblings on the roadside. His father was long dead, his mother disappeared. After waking up in the mornings he had to look for a way to make money to buy some food. He didn’t know what childhood was.
And now he sits here on the floor in our living room and enjoys building robots, like any other boy his age. But we don’t know his exact age. We think he might be seven or eight. Maybe we even have to pick a date for his birthday. Perhaps we just declare the day when he came to us as his birthday: St. Nicholas Day in 2011.
Suddenly my fatigue is gone and I think that everything we do is worth it!

Sonntag, 22. Januar 2012

Zwei Welten


Es ist halb sieben am Sonntag Morgen. Ich taumel noch etwas schlaftrunken im Father's House herum. Die letzte Nacht war leider kurz. Eigene Schuld, denn ich hätte früher ins Bett gehen sollen. Egal, heute ist Father's House angesagt. Ich schleppe die alte Lego Box von meinem Sohn ins Wohnzimmer, um den kleineren Jungs, falls sie früh wach werden gleich etwas zu Tun anzubieten. Noch bevor ich alle Nachtlichter gelöscht habe, Türen geöffnet und etwas aufgeräumt habe steht der erste kleine Mann vor mir. Ein Grinsen geht über sein verschlafenes Gesicht als er die Lego Kiste entdeckt. Mit Geschepper wird die Kiste entleert. Der Kleine spielt zufrieden vor sich hin. Kurz drauf kommt Thomas und bringt mir einen Kaffee zum Aufwachen. Wir sitzen gemeinsam auf der Bank schlürfen unseren Cappuchino und schauen dem zufiedenenen Männchen im blauen Pyjama zu. Seine Hände sind rau und vergerbt wie die eines alten Mannes. Spuren seiner Vergangenheit. Verschmitzt fragt er durch seine Zahnlücke nach einem Kakao. Unser Geschlürfe hat ihn wohl inspriert und bis zum Frühstück ist es noch ein Weilchen. Ich bereite ihm eine Tasse zu und kann es fast nicht fassen, dass dieser kleine Kerl noch vor wenigen Wochen auf der Straße um sein Überleben kämpfen musste. Er hauste mit seinen Geschwistern am Straßenrand, sein Vater war schon lange tot, seine Mutter verschwunden. Sein erster Kampf nach dem morgendlichen Erwachen neben dem tosendem Straßenverkehr war es Geld für ein Frühstück zu besorgen. Kindheit kannte er nicht. Und jetzt, hockt er da auf dem Fußboden in unserem Wohnzimmer und baut begeistert irgendwelche Roboter wie alle anderen Kinder seines Alters auch. Wobei wir sein genaues Alter nicht einmal wissen. Wir schätzen ihn so auf sieben oder acht. Vermutlich werden wir einfach ein Geburtsdatum für ihn festlegen. Vielleicht nehmen wir den Tag an dem er zu uns kam. Den Nikolaustag in 2011. Auf einmal weicht meine Müdigkeit und ich denke: alles lohnt sich!

Dienstag, 17. Januar 2012

HOLY by Matt Redman

What heart could hold the weight of Your love
And know the heights of Your great worth
What eyes could look on Your glorious face
Shining like the sun

You are holy, holy, holy
God most high and God most worthy
You are holy, holy, holy
Jesus, You are
Jesus, You are

Your name alone has power to raise us
Your light will shine when all else fades
Our eyes will look on Your glorious face
Shining like the sun
Who is like You, God?

You are holy, holy, holy
God most high and God most worthy
You are holy, holy, holy


Who shall we say You are
You're the living God
Who shall we say You are
You're the Great I AM
The highest name of all
You're all You say You are

You are holy, holy, holy
God most high and God most worthy
You are holy, holy, holy


And You shall come again in glory

To judge the living and the dead
All eyes will look on Your glorious face
Shining like the sun

Who is like You, God?

You are holy, holy, holy
God most high and God most worthy