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Sonntag, 26. September 2010

Blut Ist Dicker Als Wasser



"Ich muss mal mit dir sprechen! Es ist ganz wichig," stammelt Jay und zieht mich an die Seite. "Oh", dachte ich, vielleicht hat das etwas mit dem Bekenntnis zu tun, mit dem ich vor ein paar Stunden zu tun hatte. Einige unserer Kids sind in ziemlichen trouble geraten. Diesmal war zum Glück nicht der "Keiner" und der "Ich nich" Schuld, sondern es kamen "offene Geständnisse" zutage. Doch Jay's Anliegen schien anderer Natur zu sein. "Ich habe einen Brief an meine Mama geschrieben. Kannst du den mal lesen bitte?" In mir schwillt ein Kloss im Hals, denn ich weiß um die Verletzungen, die der Junge von seiner Mutter mit sich trägt. Jay drückt mir einen bekritzelten Umschlag in die Hand. Darauf steht: Mama, I love you! In dem Umschlag finde ich den Liedtext, den ich den Kindern für eine Andacht ausgedruckt hatte. Das Thema war: "Ich habe dich geschaffen". Ich hatte mit den Kindern besprochen, wie Gott uns schon im Mutterlebe kennt und liebt, lange bevor unsere leibliche Mutter sogar wusste, dass wir überhaupt existieren.



Dazu hatte ich ihnen ein Lied beigebracht und Fotos von Babies im Mutterleib gezeigt.
Die Kids fanden das faszinierend....und ich auch. Nun will Jay dieses Lied an seine Mutter schicken. Eine Adresse hat er nicht. Sie hatte ihn ja auf der Strasse zurück gelassen und war mit einem neuen Boyfriend und den Geschwistern von Jay in die Provinz gezogen. Sie liess ihn an einer Straßenecke zurück, weil er zu frech sei. Und Jay? Nach allem, was sie ihm angetan hatte, liebt er seine Mama. Wir erleben das bei all unseren Kindern, dass trotz der schlimmen Dinge, die sie erlebten, die Liebe zu ihren Müttern fast unerchütterlich ist. Darum bemühen wir uns, soweit es in unserer Möglichkeit ist, eine gute Verbindung zu den Müttern zu suchen und aufrecht zu erhalten.
Wir werden einen Weg finden, seine Mutter irgendwo ausfidig zu machen, damit sie diesn wichtigen Brief erhält.