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Freitag, 30. Juli 2010

Eine Stecknadel Im Heuhaufen


Wir drängen uns durch die Menschenmassen, immer ein Auge auf den Vordermann, um nicht abgehängt zu werden. Unsere Arme werden immer länger vom Schleppen der Taschen und unsere Füße sind mit Matsch verspritzt. Undefinierbare Gerüche in der Nase, ohrenbeteubender Lärm aus scheppernden Lautsprechern tut fast den Ohren weh und dann höre ich immer wieder diese blöden Kommentare: "Oh, eine Ausländerin!" oder "Fräulein, was machst du denn hier?" oder "Gib mir Geld Tante!" Meine Erinnerung geht an die Zeit zurück wo mir an genau dieser Stelle ein Junge meine Kette vom Hals gerissen hatte und damit wegelaufen war....Divisoria! Ein Ort wie kein anderer auf der Welt. Ein Großmarkt, wo man buchstäblich alles kriegt. Made in China versteht sich. Wir machen hier alle unseren größeren Einkäufe und sparen damit einiges an Geld. Ich liebe diesen Ort, auch wenn er natürlicher Weise Panik in mir auslöst. Ich habe extreme Platzangst, hasse Ratten und doofe Sprüche von irgendwelchen Kerlen. All das begegnet einem in Divisoria. Und doch zieht es mich an und das nicht in erster Linie wegen der Schnäppchen. Es ist der Ort mit den statistisch gesehen meisten Straßenkindern. Wir waren müde und geschafft nach 10 Stunden "Christmas Shopping" im Gewühl. Mich tippte jemand von von hinten an und führte seine leere Hand zum Mund...Eine Aufforderung etwas zu Essen zu kaufen. Mir war jetzt gar nicht mehr danach, ich wollte nach Hause duschen, Essen und ins Bett. Dennoch liess ich mich hinreissen und die übliche Unterhaltung von: "Wie heisst du? Wo sind deine Eltern?" "Ich lebe schon lange auf den Philippinen und wir helfen Straßenkindern!" blablabla nahm ihren Lauf. Ich kaufte ein paar gebratene Hähnchen und drückte sie dem JUngen in die Hand, um das mit seinen Freunden zu teilen. Zu viel mehr war ich nicht aufgelegt. Später zu Hause kreisten meine Gedanken immer wieder um Michael. Das feine Gesicht mit den blond gebleichten Haaren war mir immer wieder vor Augen.Ich würde ihm gerne noch von Jesus erzählen, dachte ich...aber die Chance war vorbei. In den Menschenmassen scheint es unmöglich, jemanden gezielt zu suchen und auch noch zu finden. Um so erstaunlicher war es, als wir ein paar Wochen später bei einem anderen Einkauf früh morgens an ein paar in Plastktüten gehüllten Jungs vorbei liefen, die am Straßenrand schliefen. Ich pirschte mich heran ohne zu hoffen, Michael wirklich zu entdecken. Plötzlich grinste er mich hinter seiner Plastiktüte, die er als Decke benutzte, an. Wow!


Unter elendig vielen Straßenkindern und tausenden von Menschen in Divisoria führte Gott mich Ernest zu Michael. Wir verbrachten etwas Zeit, besorgten etwas zu Essen und ih konnte ihm von Jesus erzählen, der ihn liebt und kennt. Ich lud ihn zu unserer KIds Church ein. Das ist jetzt fast ein Jahr her. Zur Kids Church ist Michael noch nicht aufgetaucht. Vorgestern war ich wieder zu einem unserer Großeinkäufe in Divisoria. In der Hoffnung Michael erneut zu treffen sprach ich fast jedes Straßenkind an, das an mir vorbei lief. Keiner kannte einen Michael. Mit einer Gruppe von Kids unterhielt ich mich etwas länger. Plötzlich rissen ihre Augen auf und sie rannten wie der Wind. Als ich mich umdrehte sah ich noch einen Wachman, der auf zulief und sie mit Tritten verscheuchte wie streunende Hunde.

One Happy Boy


Once again I am absolutly amazed at how simple things can really make a difference. H is now with us for a while and his thankfulness knows no end and neither his expression for it. He now considers himself "rich" because he has enough to eat and a proper bed to sleep in. He loves to study and never fails to smile. His attitude of blessing others seems to be deeply rooted in him. Last week we had a wedding from two of our young people. H was the most excited about this event. He wanted to bless the bride and spent his pocket money on a little item he thought she would like. When he gave it to her, she freaked out for joy and surprize. Just on that day she thought of buying the same thing and didn't do it, because she didn't want to "waste" money so short before the great event. Obviously God didn't think it was a waste and made H bless her with it. It amazes me how this little boy blesses people. I remember the toy he gave me when he was still in the streets. Yesterday I took the chance to give him something. He was talking about how he loved my daugthers sport watch. I found a cheaper modell and got it fo him. His eyes didn't stop to sparkle and he wears it now like a treasure.

Donnerstag, 15. Juli 2010

der "Keiner" und der "Ich nich!" kommen öfter mal zu Besuch bei uns !




Alle Jahre wieder kehren diese merkwürdigen Gäste bei uns in der Gemeinschaft ein. Fast hat man das Geühl, man kennt sie genau, weil sie einem so vertraut sind. Dennoch hinterläßt es jedesmal ein Gefühl von Unbehagen, wenn einer der Beiden auftaucht. Der "Ich nich" kommt meistens dann zum Vorschein, wenn irgendetwas zu Bruch geht. Ob es eine Tasse ist, der plötzlich der Henkel fehlt oder ob es der gerade neu gekaufte Ventilator ist, der in der größten Hitze seine Dienste aufgibt oder der dicke Kratzer am im Hof geparkten Auto. Das war oft alles der " Ich nich". Es ist schwierig ihn zu finden und zur Rede zu stellen, aber alle sind sicher, dass er es war. Noch etwas unangehmer ist der "Keiner". Wenn der auftaucht, dann ist meistens eher etwas geschehen, dass ein blödes Gefühl von Misstrauen hinterlässt. So verschwinden zum Beispiel Geldscheine aus dem Jungszimmer und immer war es der "Keiner", der sie genommen hat. Es war auch er, der eine Geldbörse von unserem Praktikanten ins Gebüsch geworfen hat, um sie später dort auszuräumen.
Wir sind froh für die langen Phasen, wo die Beiden uns nicht besuchen und hoffen dass wir sie bald wieder los werden ohne dass sie Kids mitnehmen.